| Geistliches Wort 06/2010 |
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Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben! Der Prophet Amos wusste das. Seine Zeit – vermutlich das 8. Jahrhundert vor Christus – war ähnlich wie unsere Zeit davon bestimmt, dass die meisten Menschen ihr Leben ohne Bezug auf Gott gestalteten und gewiss nicht auf die Idee kamen, ausgerechnet den Gott zu suchen, der allein vom Volk der Juden verehrt wurde und dem 10 Gebote zugeschrieben wurden, die doch ausgesprochen hinderlich waren: Ausschließlich diesen Gott verehren, nicht stehlen, nicht die Ehe brechen, nicht begehren, also nicht besitzen wollen, was einem anderen gehört. Amos beschreibt eindrücklich, wie die ohnehin schon Reichen auf Kosten der Armen immer noch reicher wurden. Wie ein auf den eigenen Besitz versessenes Königshaus mit korrupten Beamten die Schwachen ausnimmt. Aber eben dadurch kommt die staatliche ebenso wie die wirtschaftli-che Ordnung insgesamt durcheinander! Die Lebensgrundlagen geraten ins Wanken. Darum ruft Amos seinen Zeitgenossen Gott in Erinnerung und er wirft ihnen Gottes Wort zu: Suchet mich, so werdet ihr leben! Amos sieht am Horizont Katastrophen heraufziehen, die sich aus der Missachtung von Gottes Geboten ergeben. Gelingendes Leben – fromm ausgedrückt: gesegnetes Leben – sieht Amos nur da blühen, wo Menschen Gott lieben über alles und ihren Nächsten wie sich selbst. Wo aber Menschen Gott und seine Ordnungen völlig aus dem Blick verloren haben, liegt es nahe, sie einzuladen, nach Gott zu suchen, um so gelingendes, also gesegnetes Leben zu finden, statt am Untergang mitzuwirken. Nun also erreicht uns Gottes Wort durch den Mund des Propheten Amos im Juni 2010 als Monatsspruch. Im Juni: Endlich können wir die Heizungen abstellen und Sonnenstrahlen genießen. Wir planen Urlaub – den haben wir uns schließlich verdient! Wir suchen verlorene Schlüssel, verlegte Brillen oder verschwundene Dateien wie eh und je – aber Gott? Warum denn auch! Allerdings müssen wir eine Menge schlechter Nachrichten ausblenden, um im Alltag nicht zu verzweifeln: Unsere Regierung musste erst die Banken retten, dann Griechenland, jetzt die Euro-Wirtschaft überhaupt. Wirklich nachdenken, was das für uns und vor allem für unsere Kinder bedeutet, das mögen wir lieber nicht. Wir leben dieser Tage sehr nach der Devise unseres ersten Bundeskanzlers: „Et hat noch immer jut jegange!“ soll Adenauer gerne gesagt haben. Von Amos hatte Adenauer diesen Spruch nicht, auch sonst wird man danach in der Bibel vergeblich suchen. Nein, es geht nicht irgendwie immer gut. „Leben“ – und zwar für alle Menschen, nicht nur die schon jetzt Reichen oder die besonders Raffinierten – gesegnetes Leben blüht da, wo Menschen den suchen, dem sie ihr Leben und auch diese Erde als Lebensraum verdanken. Suchet mich, spricht Gott, so werdet ihr leben. Was eben umgekehrt bedeutet: wenn ihr woanders sucht, werdet ihr gesegnetes Leben nicht finden. Juni 2010: Es geht noch immer gut, erstaunlich gut. Ich freue mich am Sommer und plane mit meiner Familie Urlaub. Aber Gott suchen, um gelingendes, gesegnetes Leben zu finden – das passt trotzdem. Im Urlaub kann ich das vielleicht bewusster, intensiver, aber auch sonst kann ich Gott suchen – und Leben finden. Ich möchte es gerne: mit Ihnen gemeinsam Gott suchen und von unserem Gott gesegnetes Leben finden! Ihr Hartmut Pleines, Pfr. |


